Das Angler Sattelschwein
Mit großer Hingabe widmen wir uns der Zucht und Haltung unserer Schweine, denn sie sind etwas ganz Besonderes. Das Angler Sattelschwein ist unsere vom Aussterben bedrohte alte Landrasse – ein robustes, leichtfuttriges Schwein mit ruhigem Charakter, hervorragenden Muttereigenschaften und außergewöhnlicher Fleischqualität. Die Grundfarbe der Tiere ist schwarz, wobei im Idealfall Schulterpartie und Vorderbeine weiß gefärbt sind – der namensgebende „Sattel“.
In der Zeit zwischen 1930 und 1950 war es als klassisches Wurstschwein in ganz Schleswig-Holstein und weit darüber hinaus verbreitet. Im Verlauf der 1950er Jahre jedoch, als der Markt einen höheren Magerfleischanteil, geringe Fettauflage und schnelles Wachstum forderte, verlor das Sattelschwein zunehmend an Bedeutung. Um 1990 war es nahezu ausgestorben. Glücklicherweise konnten im Jahr 1992 engagierte Züchter 50 Sauen und 4 Eber erwerben, die in Sachsen als Genreserve gehalten worden waren. So nahm die Zucht unter Leitung des „Fördervereins Angler Sattelschwein e.V.“ einen neuen Anfang. Der Verein widmet sich der Herdbuchführung und Koordination der Zucht, er betreibt Öffentlichkeitsarbeit und pflegt überregionale Kontakte.
www.angler-sattelschweine.de
Der Verein „Slow Food“ hat das Angler Sattelschwein im Februar 2008 in seine „Arche des Geschmacks“ aufgenommen, die bedrohten Nutztieren
und -pflanzen ein Podium bietet. Das Aufnahmegutachten bescheinigt den Fleisch- und Veredelungsprodukten des Sattelschweins ausgezeichnete geschmackliche Qualität. Siehe www.slowfood.de
Leider gibt es immer noch wenige Sattelschwein-Halter, denn nach wie vor eignet es sich, auch in der Kreuzung, nicht für die konventionelle Vermarktung. Es hat sich gezeigt, dass sich durch Kreuzen mit Pietrain-Ebern der Fettanteil reduziert, die positiven Eigenschaften des Sattelschweins jedoch erhalten bleiben. Auch wir lassen für die Ladenvermarktung die Sauen vorwiegend von unserem Pietrain-Eber decken, daneben sorgt ein Sattelschwein-Eber für die Erhaltung der Rasse.
Wir verkaufen ausschließlich selbst erzeugtes Fleisch. Von der Geburt bis zur Schlachtreife vergehen etwa 9 Monate. Geschlachtet und veredelt wird in der Nachbarschaft – so sind die Wege kurz, und wir sind Teil eines überschaubaren lokalen Netzwerks, in dem man sich vertraut. Unsere Schweine leben alle auf Stroh in Laufboxen, die täglich gemistet werden. Die Tiere lieben das Stroh, sie spielen darin und fressen es. So bewegen sie sich viel, sind beschäftigt und zufrieden. Mit Sicherheit ist diese Haltung deutlich aufwändiger als eine konventionelle, aber ein Blick auf unsere Tiere zeigt uns jeden Tag, dass der Aufwand lohnt.
Die Robustheit unserer Schweine erlaubt es uns, das Prinzip der „Offenen Stalltür“ zu pflegen: Unsere Kunden und Besucher können zu den Tieren gehen und sie hautnah erleben. Und wenn wir dabei sind, gibt es mit Glück auch ein frischgeborenes Ferkel auf den Arm…
